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Wie du schlechte Lerngewohnheiten aus der Schule ablegst

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„Lernen kann Spaß machen!“

Die Schulsysteme (nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt), die auf Erinnern und Auswendiglernen, anstatt auf Erfahren und Vielfalt setzen, haben dafür gesorgt, dass viele junge Menschen mittlerweile den Wahrheitsgehalt dieser Floskel anzweifeln.

Dabei ist der Mensch im Grunde zum Lernen geboren, denn unser ganzes Leben ist auf Erfahrung und neue Erkenntnisse ausgerichtet. Wenn kleine Kinder mit Haustieren spielen, so lernen beide Seiten voneinander. Jeder möchte in seinen jungen Jahren verstehen und die Welt erforschen. Und wer hat noch nie in Wikipedia festgehangen und ist von Artikel zu Artikel gesprungen, aus reinem Interesse und nicht, weil es irgendein äußerer Umstand Wissen erforderte?

Dass Schule oftmals auf das stupide Auswendiglernen, auf das hundertprozentige Verständnis, auf simple Reproduktion setzt und weniger auf Auslegung und Anwendung, hat einen einfachen Grund: Tests.

Es ist viel leichter, Auswendiggelerntes abzufragen, als persönliche Auslegungen zu analysieren und zu bewerten, insbesondere da Lehrer zu Neutralität verpflichtet sind. Da Tests und Bewertungen trotz allem eine Notwendigkeit sind (zumindest in Regelschulen), ist es entsprechend schwierig, irgendeinem Lehrer daraus einen Vorwurf zu machen.
Nichtsdestotrotz stellt ein jedes Schulsystem Gehorsam über Kreativität und fördert unfreiwillig die Fähigkeiten im Schummeln und der akademischen Unehrlichkeit, anstatt nachhaltiges Interesse an einem Thema zu wecken. Unglücklicherweise wird sich diese Tatsache auch an der Universität nicht großartig verändern.

Ziel dieses Artikels ist es aber nicht, gegen irgendwelche Schulsysteme zu hetzen, sondern dir zu zeigen, wie du im Alltag das Lernverhalten aus der Schule (Bulimie-Lernen und totales Verständnis) zugunsten eines angenehmeren, nachhaltigeren und vielfältigeren Auffassens überwindest.

Im herkömmlichen Schulunterricht werden dir in der Regel sehr spärliche Fähigkeiten im Lernen vermittelt. Oft läuft es auf reine Paukerei hinaus.
Ich halte nicht viel von jeder Form von Paukerei, oder vom Auswendiglernen an sich. Ein guter Lehrer weiß heutzutage, wie er dir wichtigen Stoff anders vermittelt. Zumal in deinem späteren Leben niemand von dir verlangen wird, Fragen ohne die Hilfe von Google oder Wikipedia zu beantworten.

Im Zeitalter des Internets sind kombinatorische, vernetzende, analytische Fähigkeiten viel eher gefragt als ein großes Gedächtnis. Selbstverständlich hat Wissen auch heute noch einen Wert, aber dieser Wert entspringt nicht aus listenhaft eingeprägten Fakten, sondern aus tieferem Verständnis, dass intelligentes und vor allem intuitives Handeln ermöglicht.

Ich bin der Meinung, dass es genügt, 70% eines Themas verstanden zu haben.

In der Schule bescheren dir 70% Verständnis ein „ausreichend“ oder „mangelhaft“. 30% eines Themas nicht zu verstehen, 30% der abgefragten Fakten nicht zu wissen, kann dich durchfallen lassen.

Der Unterschied besteht darin, dass außerhalb der Schule Wissen nicht an Bewertungen bekoppelt ist. In der Schule ist es besser, vom derzeit behandelten Thema 100% verstanden zu haben, und alles andere völlig zu verdrängen. Im Leben wäre dies katastrophal. 70%-Kenntnisse in verschiedenen Themen sind dort bei weitem wertvoller.

Ich selbst wende beim Lernen eine 70%-Regel an. Das bedeutet: Ich eigne mir Wissen zu einem Thema bis zu einem Grenzwert von etwa 70% an und springe dann zum nächsten.

Beachte aber: Lernen in der Freizeit, aus Interesse, aus Spaß, kurz, nicht aus schulischem Zwang lässt sich nicht mit der Art von Lernen vergleichen, die das Bildungssystem von uns verlangt. Dies ist keine Anleitung, mit der du deine schulischen Leistungen verbessern kannst, sondern ein angenehmer Weg, sich selbstständig ein breites Allgemeinwissen anzueignen. Tatsache ist nämlich, dass Allgemeinwissen dich in deinem späteren Leben, insbesondere im Beruf, viel weiter bringt als das spezialisierte Fachwissen aus der Schule.

Unser Bildungssystem straft Menschen ab, die mittels einer 70%-Regel lernen – das echte Leben hingegen belohnt sie.

Wieso aber gerade 70 Prozent?

Ich habe ganz einfach festgestellt, dass dieser Richtwert grundsätzlich der ideale Kompromiss aus Bequemheit, ausreichender Kenntnis und Geschwindigkeit ist. So ganz konkret abschätzen lässt sich ein Prozentsatz ohnehin nicht. Probiere es einfach einmal aus – alle, mit denen ich in der Vergangenheit  darübergesprochen habe und die mittels einer 70%-Regel lernen, haben mir bestätigt, dass dieser Richtwert der beste ist.

Gemeinhin gilt ja bei der Erledigung einer Aufgabe, dass du 80% der Arbeit in aller Regel in 20% der Zeit erledigst und die restlichen 80% in die letzten 20% der Aufgabe investierst (auch bekannt als das Pareto-Prinzip). Diese Orientierung lässt sich ohne weiteres aufs Lernen übertragen: Um ein Thema vollständig zu durchblicken, brauchst du überproportional länger, als dir einen ausreichenden, wenn auch hier und da lückenhaften Überblick zu verschaffen.

Es lohnt sich also allein von der Effizienz her, Themen nur zu 70% zu durchblicken, weil dein Allgemeinwissen so bei weitem breiter wird und du auf Tiefe in Themen, in denen du nicht von Berufs wegen Experte sein musst, eigentlich nicht angewiesen bist.

Was aber, wenn verschiedene Inhalte aufeinander aufbauen? Wer nur 70% von Algebra versteht, wird doch keinen großen Erfolg mit Analysis haben!

Stimmt. Aber auch hier wirkt die 70%-Regel – allerdings auf Basis des Prinzips, das die effektivste Möglichkeit etwas zu lernen die ist, etwas lernen zu müssen.
Lass mich dir erklären, was ich damit meine.

Als ich angefangen habe, mich studienbedingt in Informatik und Programmieren zu schulen, habe ich die 70%-Regel angewandt. Ohne Frage ist Programmierung ein Bereich, in dem verschiedene Bausteine notwendigerweise aufeinander aufbauen. Basisfähigkeiten nicht zu beherrschen, kann fatal sein. Wer nichts von Variablen versteht, wird mit bedingten Anweisungen nicht weit kommen, welche du brauchst, um Loops und Funktionen zu verstehen, ohne welche du mit Polymorphie garantiert nichts anfangen kannst.
Wieso also an einer 70%-Regel festhalten, wenn man so Gefahr läuft, Grundlagen zu überspringen?

Ganz einfach: Weil du nicht in der Schule bist.

In der Praxis ist Lernen keine Einbahnstraße. Im Unterricht, werden Themen und Bausteine strikt nacheinander abgearbeitet – bei wem sich Lücken auftun, der muss diese selbst nacharbeiten. Ein Lehrer kann nicht für jeden seiner Schüler munter von Grundlage zu Baustein und zurück springen. Du kannst das aber.

Wenn du dich selbst unterrichtest und feststellst, möglicherweise etwas wichtiges nicht beachtet oder gelernt zu haben, dann kannst du jederzeit zurückschauen und schnell recherchieren, wie eine bestimmte Methode funktioniert, die du vielleicht zur Anwendung einer anderen brauchst. Wenn du ein paar Details aus Kapitel 1 vergessen hast, kannst du zurückblättern, auch wenn du dich schon in Kapitel 2 befindest.

Es wäre tatsächlich viel fataler, zu versuchen, sich alles einzuprägen, denn so wirst du nicht zwischen Grundlage und optionalem Detail unterscheiden können: einige Teile aus Kapitel 1 werden sich wie ein roter Faden durch alle nachfolgenden Kapitel ziehen und ständig wieder auftauchen. Andere wurden vielleicht nur zur Verdeutlichung eines Beispiels benötigt und dann nie wieder.

Verfolgst du beim Lernen also eine nonlineare Strategie, so wirst du dich leichter auf das fokussieren können, was wirklich wichtig ist.

Das ideale Beispiel für einen Fall, in der die 70%-Regel ihren praktischen Nutzen entfaltet, ist das Erlernen neuer Sprachen. Eine Fremdsprache ohne Kurs, Auslandsaufenthalt usw. fließend zu sprechen, ist vermutlich ohnehin mehr oder weniger unmöglich. Überlegen wir uns also folgenden Fall: In wenigen Monaten musst du für ein Jahr nach Spanien gehen.
Die 70%-Regel kann dir hierbei eine große Hilfe sein – anstatt zu versuchen, in jeder Lektion alle Vokabeln zu können, strebe ein Verhältnis von etwa drei Vierteln an. Wenn du mal ein Wort vergisst, kannst du schließlich – anders als in einem Sprachtest in der Schule – jederzeit zurückblättern und nachschauen.

Zwei Dinge wirst du beim Lernen feststellen:

  1. Du lernst deutlich mehr in deutlich kürzerer Zeit als im Schulunterricht.
  2. Wenn du zurückschaust um nach vergessenen Wörtern zu suchen, wirst du dich automatisch auf die meistgebrauchten, wichtigsten Vokabeln fokussieren.

Dasselbe gilt auch fürs Lesen: Wenn ich ein Buch lese, versuche ich, die wesentlichen 70 Prozent der Schlüsselideen zu behalten. Sicher, dabei gehen 30 Prozent an möglicherweise wichtigen Informationen verloren. Aber würde ich beispielsweise versuchen, 95 Prozent zu behalten, könnte ich viel weniger Bücher lesen.
Und dann es ist wesentlich besser, von einem Buch 30 Prozent zu „verpassen“, als ein anderes dafür niemals zu öffnen!

Das wichtigste Argument für die 70-Prozent-Regel aber ist: Sie verschafft dir wieder Spaß am Lernen.

Wie ich anfangs sagte: Die Schule hat vielen, möglicherweise den meisten Menschen, die Lust am Lernen verdorben – die 70-Prozent-Regel bringt sie dir wieder. Denn sie hat mit dem Lernprozess, den das Bildungssystem anstrebt, wenig gemeinsam.

Anstatt also zu versuchen, jedes Detail in deinem Kopf zu verankern, begnüge dich mit „dem meisten“. Wenn du so willst könntest du die Regel mit „Quantität vor Qualität“ übersetzen.

Denn das Leben lässt dich keine Klausuren schreiben – vergisst du mal etwas wichtiges, kannst du jederzeit dein Smartphone, dein Buch, dein Vokabelheft zücken und nachschlagen. Und wenn du doch mal einen ganzen Berg Informationen in dich reinschaufeln musst, dann geht auch dies einfacher. Aber mehr dazu in meinem E-Mail-Coaching weiter unten!

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2704 mal gelesenZuletzt bearbeitet Dienstag, 5. August 2014 20:39
Über den Autor Andy hat Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaftslehre studiert und 2014 sein Masterstudium mit Auszeichnung beendet. Er ist als Executive Coach bei einserkandidat.de tätig und hat bereits über 750 Teilnehmer in seinen Intensiv-Trainings gecoacht, sowie über 32.157 Studenten via E-Mail-Coaching zu ihrem akademischen Durchbruch verholfen.

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